Das Glaukom ist eine Augenerkrankung, bei der die Sehkraft durch eine Schädigung des Sehnervs verloren geht. Es ist sehr schwer zu erkennen, solange es kein fortgeschrittenes Stadium erreicht hat.
Die Mechanismen der Erkrankung sind nicht vollständig geklärt, doch alles deutet auf einen erhöhten Augeninnendruck hin. Deshalb sind Behandlungen, die diesen Druck senken, sehr wirksam, um Sehverlust zu verhindern.
Wichtig zu wissen: Die durch das Glaukom entstandenen Schäden sind irreversibel. Vorbeugung und frühe Diagnose sind deshalb entscheidend.
Das Glaukom zählt zu den häufigsten Erblindungsursachen – vermeidbar, wenn es rechtzeitig erkannt und behandelt wird. Es ist eine Erkrankung des Sehnervs, jenes Bündels von Nervenfasern, das die visuelle Information vom Auge zum Gehirn leitet.
Beim Glaukom wird der Sehnerv fortschreitend geschädigt und verliert unwiederbringlich Nervenfasern. Die Sehkraft schwindet langsam, zunächst im äußeren Gesichtsfeld, später im Zentrum. Leider bemerken Betroffene diesen Verlust erst, wenn die Erkrankung weit fortgeschritten ist, und suchen den Augenarzt auf, wenn es bereits zu spät ist.
Woran liegt es?
Die meisten Glaukome entstehen durch einen erhöhten Augeninnendruck, gemessen in Millimeter Quecksilbersäule. Ab einem Wert von 22 spricht man von okulärer Hypertension. Wird ein erhöhter Druck festgestellt, ist eine weitere Abklärung nötig, ob bereits ein Glaukom vorliegt. Ist das nicht der Fall, entscheidet der Augenarzt, ob eine vorbeugende Behandlung beginnen soll oder eine Kontrolle genügt.
Bei manchen Menschen tritt ein Glaukom ohne erhöhten Augeninnendruck auf. Hauptursache ist dann eine unzureichende Durchblutung oder eine besondere Empfindlichkeit des Sehnervs.
Das Risiko steigt mit dem Alter. Regelmäßige Kontrollen sind daher wichtig: alle zwei Jahre zwischen 40 und 60 Jahren und jährlich ab 60.
Direkte Angehörige einer Person mit diagnostiziertem Glaukom haben ein höheres Risiko als die Allgemeinbevölkerung und sollten sich ebenfalls regelmäßig untersuchen lassen.
Formen des Glaukoms
Am häufigsten ist das primäre Offenwinkelglaukom. Dabei ist der Druck in der Regel leicht bis mäßig erhöht.
In anderen Fällen, den sekundären Glaukomen, ebenfalls mit offenem Kammerwinkel, gibt es eine konkrete Ursache für den erhöhten Druck.
Schließlich gibt es – bei uns seltener – das Winkelblockglaukom, das akut (mit Schmerzen und raschem Sehverlust) oder chronisch verlaufen kann.
Die genaue Bestimmung der Glaukomform ist sehr wichtig, denn die Behandlung unterscheidet sich.
Symptome
Die große Gefahr dieser Erkrankung ist, dass sie keine Symptome verursacht. Nach Angaben der Spanischen Gesellschaft für Augenheilkunde leiden mehr als eine Million Spanierinnen und Spanier über 40 Jahre an einem Glaukom – die Hälfte davon weiß es nicht. Nach Diabetes ist es die zweithäufigste Erblindungsursache in den Industrieländern.
Das eigentliche Problem, so die Fachleute, sind jene 50 %, die noch nicht diagnostiziert sind. Da die Erkrankung keine erkennbaren Beschwerden verursacht, wissen Betroffene nichts davon und haben nie eine Diagnose erhalten. Deshalb wird das Glaukom auch «stille Erblindung» genannt.
Untersuchungen
Die wichtigsten Untersuchungen bei ICOA sind:
- Untersuchung des Sehnervs und Netzhautfotografie.
- Messung des Augeninnendrucks (Applanations- und Non-Contact-Tonometrie).
- Untersuchung des Kammerwinkels (Gonioskopie).
- Messung der Hornhautdicke (Pachymetrie).
- Computergestützte Gesichtsfeldmessung (Perimetrie).
Behandlung
Moderne Augentropfen (einzeln oder in Kombination) sind die Behandlung der ersten Wahl. Diese Medikamente senken den Augeninnendruck, indem sie die Produktion von Kammerwasser verringern oder dessen Abfluss über den Kammerwinkel oder den uveoskleralen Weg verbessern.
Wenn Medikamente nicht ausreichen, kommen andere Verfahren zum Einsatz:
- Laser: etwa die Trabekuloplastik mit dem Argonlaser. Der Laser erweitert den Abflusskanal und hilft so, den Augeninnendruck zu kontrollieren.
- Klassische Chirurgie (Trabekulektomie): Mit mikrochirurgischen Instrumenten legt der Augenarzt einen neuen Abflusskanal an, durch den das Kammerwasser abfließen kann, sodass der Druck sinkt.